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Banner Weiterbildung Näpa und EVA

Als ich noch in einer allgemeinmedizinischen Praxis gearbeitet habe, haben mich meine Chefs öfters zu Hausbesuchen geschickt. Wir hatten unsere Stamm-Hausbesuchs-Patienten, für die der Weg in die Praxis nicht mehr machbar war. In der Regel habe ich nur Blutabnahmen für den Quick-Wert oder die Zuckerwerte für DMP Diabetes Patienten gemacht. Klar, gehörte auch ein bisschen Small-Talk dazu. Ich war immer gerne unterwegs. Mit meinem kleinen Köfferchen, dass ich mir zuvor mit allen notwendigen Materialien gepackt hatte. Ganz alleine mit dem Patienten. Und auch ein bisschen froh, mal für ein paar Stunden den Praxistrubel hinter mir zu lassen.

Wenn du dich weiterbilden willst, um eine abwechslungsreiche und selbständige Arbeit anzustreben bei der du vor mehr Verantwortung nicht zurück schreckst, ist die Fortbildung zur nichtärztlichen Praxisassistentin (Näpa) vielleicht das Richtige für dich. In Nordrhein und Westfalen Lippe ist die Näpa auch unter dem Namen „Entlastende Versorgungsassistentin“, kurz EVA, bekannt. Die Fortbildungsinhalte sind aber dieselben.

Außerdem gibt es da noch die VERAH oder ausgesprochen: Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis. Diese Fortbildung ist vom Deutschen Hausärzteverbund initiiert worden und richtet sich speziell an MFA, die in einer Hausarztpraxis tätig sind. Hingegen ist die Näpa und die EVA ein Curriculum der Bundesärztekammer. Mit dieser Qualifikation können MFA sowohl für hausärztliche als auch für fachärztliche Praxen Hausbesuche fahren.

Weiter unterscheiden sich die Fortbildung Näpa/EVA und VERAH dadurch, dass die Kursinhalte zur VERAH nicht so umfangreich gestaltet sind. Falls du die Fortbildung zur VERAH bereits absolviert hast, kannst du durch zusätzliche Kurseinheiten den Abschluss zur Näpa oder EVA erwerben. Nähere Informationen zur Fortbildung VERAH findest du demnächst auf der Webseite von Hello Sisters. A

Auf einen Blick

Voraussetzungen

Ausgebildete Medizinische Fachangestellte oder Arzthelferin

oder

Berufsausbildung in einem anderen medizinischen Fachberuf

Zusätzlich:

ein Nachweis von mindestens drei Jahren Berufstätigkeit in einer hausärztlichen oder fachärztlichen Praxis

Dauer

max. 271 Stunden (ca. 7 Monate)

Kosten

ca. 1.500 – 1.800 Euro (je nach Anbieter)

Arbeitsorte

Hausbesuche in Alten- oder Pflegeheimen, bei dem Patienten Zuhause oder in anderen betreuenden Einrichtungen

Die Aufgaben einer Näpa/EVA

Als Näpa/ EVA übernimmst du einen viel größeren Aufgabenbereich und mehr Verantwortung wie ich damals, als ich im Auftrag für Blutabnahmen unterwegs war. Nach Absprache mit dem Arzt fährst du eigenständig Hausbesuche. Du hast deine Stammpatienten, die du Zuhause oder in ihrem Pflegeheimen besuchst. Neben Blutabnahmen kontrollierst du den Blutzucker und den Blutdruck. Was die Wundversorgung Zuhause angeht, bist du die Expertin. Verbände wechseln, Wunden dokumentieren und Fortschritte festhalten. Bei deiner Arbeit bist du aufgrund deines breiten medizinischen Wissens relativ frei und kannst eigenständig handeln. Du beurteilst den allgemeinen Gesundheitszustand und schätzt die Lebenssituation deiner Patienten ein. Wenn es notwendig ist, leitest du Maßnahmen ein.  Um eine bestmögliche Versorgung für deine Patienten zu gewährleisten, koordinierst du die Zusammenarbeit mit dem Pflegedienst, Pflegekräften oder den Angehörigen, 

Für deinen Chef bist du eine enorme Hilfe. Da du ihm Aufgaben abnimmst, die sonst nur er durchführen konnte. So hat er mehr Zeit für die Patienten in der Praxis. In engen Absprachen mit deinem Chef informierst du ihn über den Zustand eurer Patienten. Diese Rücksprachen sind für dich und deinen Chef wichtig, um gemeinsam die Versorgung für eure Patienten zu verbessern.

Arbeitsorte

Du arbeitest ganz normal in einer Praxis weiter. Deine Näpa-Tätigkeit findet bei den Hausbesuchen in Alten- oder Pflegeheimen, bei dem Patienten Zuhause oder in anderen betreuenden Einrichtungen statt.

Berufliche Chancen

Für deine Leistungen als Näpa/ EVA gibt es im EBM eigene Ziffern (03060 – 03065). Deine Hausbesuchsfahrten werden für die Praxis extrabudgetär vergütet. Als Näpa/ EVA sparst du den Ärzten in deiner Praxis nicht nur enorm viel Zeit, sondern trägst so auch zum wirtschaftlichen Erfolg bei.

Gerade in ländlichen Gebieten, wo der Ärztemangel teils stark spürbar ist, werden Näpa´s/ EVA´s gebraucht. Durch deine erweiterten und umfangreichen Kompetenzen als Näpa/ EVA, hast du eine Gute Basis bei deiner Gehaltsverhandlung. Laut Gehaltstarifvertrag für MFA rutscht du durch die Fortbildung zur Näpa/ EVA in Tätigkeitsgruppe IV.

Fortbildungsablauf

Die Fortbildung ist berufsbegleitend. Du gehst normal weiter zur Arbeit und absolvierst die Fortbildungsmodule nebenbei. Je nach Fortbildungsanbieter finden die Fortbildungen am Wochenende oder manchmal auch tagsüber unter der Woche statt. Manche Anbietern gestalten die Kurse auch einmal monatlich für 4 Tage. Wenn dich dein Chef auf die Fortbildung schickt, sollte es für ihn kein Problem darstellen, dich in dieser Zeit von der Arbeit zu befreien.

Die Fortbildung dauert maximal 271 Stunden, was ungefähr 7 Monate sind. Du musst alle Module in einem maximalen Zeitraum von 5 Jahren absolvieren. Kannst du bestimmte Fortbildungsinhalte durch eine andere Weiterbildung belegen, musst du dieses Modul nicht wiederholen. Die Fortbildungsdauer reduziert sich entsprechend.

Der Lehrgang gestaltet sich durch fachtheoretischen und fachpraktischen Unterricht sowie eine praktische Fortbildung in Form von Hausbesuchen.

Fortbildungsinhalte

Während der Fortbildung erwirbst du umfangreiche medizinische Kenntnisse, um im Alleingang bei den Hausbesuchen sicher den Gesundheitszustand des Patienten einschätzen zu können. Auch ein 20-stündiger Notfallkurs gehört zur Näpa/ EVA-Fortbildung dazu. Im Ernstfall kannst du professionell handeln und weißt, was zu tun ist. Daneben ist das Case Management ein großer Teil der Fortbildung. Du lernst die Lebenssituation des Patienten einzuschätzen und bedarfsorientierte Maßnahmen zur Unterstützung und Versorgung einzuleiten.

Das sind die Fortbildungsmodule im Einzelnen:

Fachtheoretischer und fachpraktischer Unterricht

(insgesamt = 271 Stunden)

Grundlagen und Rahmenbedingungen beruflichen Handelns / Berufsbild

(15 Stunden)

Häufige Krankheitsbilder in der hausärztlichen Praxis

(20 Stunden)

Geriatrische Syndrome und Krankheitsfolgen im Alter /Diagnoseverfahren

(20 Stunden)

Versorgung und Betreuung von Onkologie- und Palliativpatienten

(9 Stunden)

Palliativmedizinische Zusammenarbeit und Koordination

(8 Stunden)

Psychosomatische und psychosoziale Versorgung

(15 Stunden)

Grundlagen der Ernährung

(16 Stunden)

Arzneimittelversorgung

(8 Stunden)

Wundpflege und Wundversorgung

(10 Stunden)

Grundlagen der Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen

(20 Stunden)

Koordination und Organisation von Therapie- und Sozialmaßnahmen: Strukturierte Schulungen

(24 Stunden)

Telemedizinische Grundlagen

(10 Stunden)

Kommunikation und Gesprächsführung

(8 Stunden)

Wahrnehmung und Motivation

(8 Stunden)

Medizinische Dokumentation / Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien

(10 Stunden)

Notfallmanagement / Erweiterte Notfallkompetenz

(20 Stunden)

Praktische Fortbildung (Hausbesuche)

(50 Stunden)

Die praktische Fortbildung findet in Form von Hausbesuchen statt. Diese können sowohl beim Patienten zu Hause als auch in Alten- und Pflegeheimen oder anderen beschützenden Einrichtungen erfolgen. Jeder Hausbesuch ist mit je 30 Minuten anzurechnen. Alle Besuche müssen dokumentiert werden. Davon 4 mit einer ausführlichen Falldokumentation und Kurzbeschreibung sowie einer Bescheinigung des Arztes.

Für die 4 ausführlichen Fallbeschreibungen werden insgesamt 6 Stunden auf die praktische Fortbildung angerechnet. Wer bereits das Curriculum „Ambulante Versorgung älterer Menschen“ absolviert hat, kann weitere 8 Stunden auf die praktische Fortbildung anrechnen lassen.

Dauer

Der Kurs ist mit bis zu 271 Fortbildungsstunden, die innerhalb von fünf Jahren zu absolvieren sind, sehr umfangreich. Über ca. 7 Monate verteilen sich die einzelnen Module.

Bei der Fortbildung kommen dir deine Berufsjahre zu Gute und werden angerechnet. Arbeitest du mehr als 10 Jahre als MFA, reduziert sich der theoretische Unterricht auf 150 Stunden und die praktische Fortbildung auf 20 Stunden.

Als MFA mit weniger als 10 Jahre Berufserfahrung müssen 170 Stunden theoretische Unterricht und 30 Stunden praktische Fortbildung absolviert werden. Bei weniger als 5 Jahren Berufserfahrung fallen die vollen 200 Stunden theoretische Unterricht und 50 Stunden praktische Fortbildung für dich an.

Kosten

Insgesamt und je nach Anbieter kostet die Fortbildung ca. 1.500 bis 1.800 Euro.

Die Module werden einzeln berechnet. Falls du z. B. einen Kurs zur Wundversorgung belegt hast, der noch nicht allzu lange zurück liegt, kann dieser unter Umständen angerechnet werden. Somit sparst du dir Zeit und Geld.

Viele machen die Weiterbildung zur Näpa/EVA auf Wunsch des Chefs. Entsprechend übernimmt er die vollen Kosten. Falls du auf eigene Faust die Weiterbildung machst und deine Praxis sich nicht an den Kosten beteiligt, hast du diverse andere Möglichkeiten, die Weiterbildung zu finanzieren

Prüfung und Abschluss

Du wirst zur Prüfung zugelassen, wenn du

  • mindestens 90 % des Unterrichts besucht hast

und

  • die Nachweise über die erforderlichen Hausbesuche einschließlich der Falldokumentationen/Kurzbeschreibungen vorlegt hast.

Die Teilnahme an den Modulen ist durch die Vorlage entsprechender Bescheinigungen nachzuweisen.

Die schriftliche Lernerfolgskontrolle erfolgt in Teilprüfungen oder als Gesamtprüfung von mindestens einer Stunde Dauer. Die Prüfungszeit kann kürzer sein, wenn die schriftliche Lernerfolgskontrolle in programmierter Form stattfindet.

Die 4 Dokumentationen und Kurzbeschreibungen gelten ebenfalls als Lernerfolgskontrolle.

Bei anzurechnenden Fortbildungsmaßnahmen nach den Curricula der Bundesärztekammer gelten die entsprechenden Teile der Fortbildung als geprüft.

Nach erfolgreicher Teilnahme am Qualifizierungslehrgang erhälst du ein Zertifikat der zuständigen Ärztekammer.

MFA mal anders – Meinung

Wenn du gerne diese Fortbildung absolvieren möchtest und noch etwas Überzeugungsarbeit bei deinem Chef leisten musst, probiere es doch, indem du ihm die wirtschaftlichen Vorteile der Näpa/EVA aufzeigst. Wie man die Näpa/EVA-Leistungen abrechnen kann, erfährst du in einem interessanten Artikel des Medical Tribune.

Falls du dir noch nicht ganz vorstellen kannst, welche Aufgaben als Näpa/EVA bei den Hausbesuchen sonst noch auf dich warten, lies dir Bespiele für delegationsfähige Leistungen durch. Also die Leistungen, die eigentlich nur Ärzte machen, die aber im Einzelfall nach Anordnung auch an dich als Näpa/EVA abgegeben werden können.

Weiterführende Links

Sämtliche Informationen über die Weiterbildung zur nichtärztlichen Praxisassistentin bzw. zur entlastenden Versorgungsassistentin habe ich den offiziellen Curricula entnommen:

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