Gewalt gegen Praxisteams soll sichtbarer werden
Gewalttaten gegen Beschäftigte in medizinischen Berufen könnten gesondert in der Kriminalitätsstatistik ausgewiesen werden. Für MFA geht es um Sichtbarkeit und Sicherheit im Praxisalltag.
Gewalt in Arztpraxen könnte künftig statistisch sichtbarer werden. Die KBV berichtet über einen Beschlussentwurf des nordrhein-westfälischen Innenministers Herbert Reul, mit dem Gewalttaten gegen Beschäftigte in medizinischen und pflegerischen Berufen gesondert ausgewiesen werden sollen.
Bisher gehen solche Vorfälle nach Darstellung der KBV häufig nur als allgemeine Körperverletzungsdelikte in die Statistik ein. Der Tatort Praxis und die berufliche Rolle der Betroffenen werden dadurch nicht ausreichend erkennbar.
Warum das Praxisteams betrifft
Für MFA ist das Thema nicht abstrakt. Anmeldung, Telefon und Empfang sind häufig die ersten Kontaktpunkte, wenn Situationen eskalieren. Eine gesonderte Erfassung würde Gewalt nicht verhindern, könnte aber helfen, das Ausmaß sichtbarer zu machen und Schutzmaßnahmen politisch besser zu begründen.
Die KBV ruft Ärzt:innen, Psychotherapeut:innen und Praxisteams dazu auf, Übergriffe anzuzeigen. Nur so könnten entsprechende Fälle überhaupt in der Kriminalitätsstatistik auftauchen.
Politischer Vorstoß, kein fertiger Beschluss
Wichtig ist der Stand des Verfahrens: Es geht nach der KBV-Meldung um einen Beschlussentwurf, mit dem sich die Innenministerkonferenz befasst. Eine gesonderte Ausweisung in der Statistik ist damit noch nicht als umgesetzt zu verstehen.