
Erster Berufsschultag als MFA: Was dich wirklich erwartet
Der erste Berufsschultag fühlt sich oft ein bisschen seltsam an: Du hast die Schule gerade hinter dir und fängst schon wieder mit Stundenplan, Klassenraum und neuen Namen an. Diesmal gehört die Schule aber direkt zu deinem Beruf. Was du dort lernst, begegnet dir später in der Praxis wieder.
Für den ersten Tag musst du noch keine medizinischen Fachbegriffe kennen und auch nicht vorsorglich einen Stapel Bücher kaufen. Wichtiger ist, dass du die Informationen deiner Schule gelesen hast, den Weg kennst und die Unterlagen dabeihast, die ausdrücklich verlangt wurden.
Jede Berufsschule organisiert den Start anders. Nutze diese Checkliste als Grundausstattung und gleiche sie immer mit der Einladung oder Website deiner Schule ab.
Deine Checkliste für den ersten Berufsschultag
Vorher klären
- Wann beginnt und endet der Unterricht?
- In welchem Gebäude, Eingang und Raum sollst du sein?
- Hat deine Ausbildungspraxis dich angemeldet oder musst du selbst noch etwas erledigen?
- Welche Unterlagen verlangt die Schule wirklich?
- Wie kommst du hin und wie viel Puffer brauchst du?
- Gibt es schon Zugangsdaten für eine Schulplattform oder eine Schul-E-Mail-Adresse?
Speichere außerdem die Telefonnummer deiner Schule und deiner Ausbildungspraxis. Wenn der Zug ausfällt oder du krank wirst, musst du nicht erst nach Kontaktdaten suchen.
In die Tasche packen
- Einladung, Infoblatt oder Screenshot mit Raum und Uhrzeit
- die ausdrücklich angeforderten Unterlagen, zum Beispiel eine Kopie des Ausbildungsvertrags, des letzten Zeugnisses oder ein Passbild
- Personalausweis, falls die Schule ihn zur Anmeldung sehen möchte
- Stifte und einen Block oder ein schlichtes Notizbuch
- Handy mit geladenem Akku
- Wasser und etwas zu essen
- Fahrkarte oder Deutschlandticket
Ein kleiner Ordner oder eine Dokumentenmappe ist praktisch, weil am ersten Tag häufig Stundenpläne, Formulare oder Bücherlisten verteilt werden.
Noch nicht kaufen
Warte mit Fachbüchern, einem Taschenrechner, Anatomiepostern und aufwendigen Ordnungssystemen, bis deine Schule die Materialliste erklärt hat. Schulen arbeiten mit unterschiedlichen Büchern, digitalen Plattformen und Ablagesystemen. Wer vorher auf Verdacht einkauft, kauft schnell doppelt.
Was passiert am ersten Tag?
Einen bundesweit festen Ablauf gibt es nicht. Meist beginnt der Tag mit viel Organisation. Rechne ungefähr mit diesen Punkten:
- Du findest deine Klasse und lernst die Klassenleitung kennen.
- Die Schule prüft Anmeldedaten oder sammelt angeforderte Unterlagen ein.
- Ihr besprecht Stundenplan, Pausen, Fehlzeiten, Entschuldigungen und Schulregeln.
- Du bekommst Informationen zu Büchern, digitalen Zugängen und benötigten Materialien.
- Die Klasse lernt sich kennen. Manchmal startet danach schon der reguläre Unterricht.
Plane genug Zeit für die Anfahrt und die Suche nach dem Raum ein. Gerade Berufsschulzentren haben mehrere Gebäude und viele Klassenbezeichnungen. Zwanzig Minuten Puffer sind nicht übertrieben, wenn du das Gelände noch nicht kennst.
Eine Prüfung am ersten Tag ist nicht üblich. Verlass dich trotzdem auf die Informationen deiner Schule. Wenn vorbereitende Aufgaben oder Unterlagen verlangt werden, steht das normalerweise in der Einladung oder im Onlinebereich.
So unterschiedlich kann die MFA-Berufsschule organisiert sein
Die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten dauert regulär drei Jahre und findet an zwei Lernorten statt: in deiner Ausbildungspraxis und in der Berufsschule. Je nach Ort hast du wöchentlichen Teilzeitunterricht oder Unterricht in längeren Blöcken. Auch Schultage, Unterrichtszeiten und allgemeinbildende Fächer können sich unterscheiden.
Im berufsbezogenen Unterricht arbeitest du mit Lernfeldern, die typische Situationen aus der Praxis aufgreifen. Eine vollständige Übersicht der zwölf Lernfelder findest du in unserem Guide zu Ablauf und Inhalten der MFA-Ausbildung. Für deinen ersten Tag musst du sie noch nicht auswendig kennen.
Wer bezahlt Bücher und Lernmaterialien?
Kläre größere Anschaffungen zuerst mit deiner Ausbildungspraxis. Nach § 14 Berufsbildungsgesetz muss der Ausbildungsbetrieb die Ausbildungsmittel kostenlos bereitstellen, die für die Berufsausbildung und die Prüfungen erforderlich sind. Das Gesetz nennt ausdrücklich auch Fachliteratur.
Das bedeutet nicht automatisch, dass die Praxis jeden Stift, Wunschplaner oder privaten Laptop bezahlt. Bei vorgeschriebenen Fachbüchern und anderer notwendiger Ausstattung solltest du aber nicht vorschnell selbst zahlen. Lass dir zuerst die verbindliche Liste geben und sprich sie mit deiner Ausbilderin oder deinem Ausbilder durch.
Für den Anfang reicht meist eine einfache Grundausstattung:
- ein stabiler Ordner oder eine digitale Ablage
- Register oder Trennblätter
- Stifte und Textmarker
- Karteikarten, wenn du gern damit lernst
- ein Kalender für Schultage, Klausuren und Abgaben
Du brauchst daraus kein Einkaufsevent zu machen. Nach den ersten Unterrichtswochen weißt du viel besser, wie du tatsächlich lernst.
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Berufsschule ist Ausbildungszeit
Deine Praxis muss dich für den Berufsschulunterricht freistellen. Nach § 15 Berufsbildungsgesetz wird die Unterrichtszeit einschließlich der Pausen und notwendiger Wegezeiten zwischen Schule und Ausbildungsstätte auf deine Ausbildungszeit angerechnet.
Ob du nach der Schule noch in die Praxis musst, hängt vom konkreten Stundenplan ab. Ein Berufsschultag mit mehr als fünf Unterrichtsstunden von jeweils mindestens 45 Minuten wird einmal pro Woche mit der durchschnittlichen täglichen Ausbildungszeit angerechnet. Für Blockunterricht gelten eigene Regeln. Wenn du unter 18 bist, kommen die Schutzvorschriften des Jugendarbeitsschutzgesetzes hinzu.
Bei Unklarheiten hilft kein Raten. Schick deiner Praxis den Stundenplan und kläre gemeinsam, wann du dort erwartet wirst.
Das Berichtsheft gleich richtig anfangen
Der Ausbildungsnachweis wird oft Berichtsheft genannt. Du kannst ihn schriftlich oder elektronisch führen, je nachdem, was deine Praxis und die zuständige Ärztekammer vorsehen. Frag in den ersten Tagen nach:
- Welches System nutzen wir?
- Wie häufig trage ich etwas ein?
- Wer kontrolliert und bestätigt meine Einträge?
- Wann darf ich das Berichtsheft während der Ausbildungszeit führen?
Das Berufsbildungsgesetz verpflichtet Auszubildende zum Führen des Nachweises. Der Ausbildungsbetrieb muss dir dafür Gelegenheit am Arbeitsplatz geben und die Einträge regelmäßig ansehen. Für die Zulassung zur Abschlussprüfung musst du den Ausbildungsnachweis später vorlegen.
Am entspanntesten ist ein fester Termin, zum Beispiel zehn Minuten jeden Freitag. Das ist leichter, als Monate später rekonstruieren zu müssen, was du wann gelernt hast.
Vier Fragen, die am ersten Tag wirklich nützlich sind
Du musst dich nicht mit einer perfekten Vorstellungsrunde beweisen. Wenn etwas unklar bleibt, helfen diese Fragen weiter:
- Wo finde ich den aktuellen Stunden- und Vertretungsplan?
- Wie melde ich mich bei Krankheit bei Schule und Praxis ab?
- Welche Bücher und Materialien sind verbindlich?
- An wen wende ich mich bei Fragen zur Klasse oder zu den digitalen Zugängen?
Schreib die Antworten direkt auf. Am ersten Tag kommen viele Namen, Regeln und Zugangsdaten zusammen. Niemand erwartet, dass du dir alles sofort merkst.
Häufige Fragen zum ersten Berufsschultag
Muss ich schon medizinisches Vorwissen haben?
Nein. Die Ausbildung baut das notwendige Wissen schrittweise auf. Wenn deine Schule keine Vorbereitung angekündigt hat, musst du vor dem ersten Tag weder Anatomie noch Abrechnung lernen.
Was ziehe ich an?
Mit sauberer, bequemer Alltagskleidung liegst du richtig. Kasack, Laborkittel oder besondere Schuhe brauchst du in der Schule nur, wenn sie für praktische Unterrichtsanteile ausdrücklich verlangt werden.
Brauche ich sofort einen Laptop oder ein Tablet?
Nur wenn deine Schule das vorgibt. Frag auch, welche Betriebssysteme, Apps oder Dateiformate genutzt werden, bevor du ein Gerät kaufst.
Was mache ich, wenn ich am ersten Tag krank bin?
Melde dich so früh wie möglich bei der Berufsschule und bei deiner Ausbildungspraxis. Welche Form der Entschuldigung nötig ist, regeln Schule und Betrieb. Lass dir anschließend Stundenplan, Zugangsdaten und ausgeteilte Unterlagen geben.
Wer meldet mich an der Berufsschule an?
Häufig übernimmt das der Ausbildungsbetrieb. Manche Schulen verlangen zusätzlich eine eigene Onlineanmeldung oder Unterlagen von dir. Kläre den Status vor dem ersten Schultag mit deiner Praxis und der Schule.
Du musst am ersten Tag noch nicht alles können
Der erste Berufsschultag ist kein Test, ob du schon wie eine ausgebildete MFA denkst. Du sollst ankommen, die Abläufe verstehen und wissen, was als Nächstes zu tun ist. Mit den richtigen Unterlagen, einem Block und etwas Zeitpuffer bist du dafür gut vorbereitet.
Wie Praxis, Berufsschule und Prüfungen in den drei Ausbildungsjahren zusammenspielen, liest du in unserer Übersicht zur MFA-Ausbildung. Wenn du noch einen Ausbildungsplatz suchst, findest du in der MFA-Stellenbörse aktuelle Angebote.
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