Neue KRINKO-Empfehlung: Kaltes Wasser reicht am medizinischen Handwaschplatz
Die KRINKO verlangt am medizinischen Handwaschplatz nur noch kaltes Wasser in Trinkwasserqualität. Für Praxisteams bedeutet das Anpassungen am Hygieneplan, aber kein Warmwasser-Verbot.
Die Kommission für Infektionsprävention (KRINKO) am Robert Koch-Institut hat ihre Empfehlung zur Händehygiene in einem Punkt geändert. Nach der neuen Empfehlung 11.5.A (Kategorie II) muss ein medizinischer Handwaschplatz nur noch mit einem Zulauf für kaltes Wasser in Trinkwasserqualität ausgestattet sein; warmes Wasser ist aus Sicht der Infektionsprävention nicht erforderlich. Veröffentlicht wurde die Änderung am 6. August 2026 im Epidemiologischen Bulletin 32/2026. Die übrige Händehygiene-Empfehlung gilt unverändert weiter.
Der Grund: Die Wassertemperatur hat nach den von der KRINKO zitierten Bewertungen von WHO und CDC sowie mehreren Studien praktisch keinen Einfluss auf die Keimreduktion beim Händewaschen. Entscheidend sind Dauer, Technik, Wasserqualität und das verwendete Waschpräparat. Die KRINKO zieht damit mit der neu gefassten TRBA 250 gleich, die für Handwaschplätze ebenfalls nur noch fließendes Wasser in Trinkwasserqualität fordert.
Kein Verbot von Warmwasser
Wichtig für die Umsetzung: Der Wegfall der Pflicht ist kein Verbot. Praxen dürfen an Handwaschplätzen weiterhin warmes Wasser anbieten. Für Personal- und Sanitärräume gelten zudem unverändert die Arbeitsstättenregeln (ASR A4.1), die an Wasch- und Duschplätzen warmes und kaltes Wasser vorsehen. Die neue Empfehlung betrifft ausschließlich medizinische Handwaschplätze.
Stilllegen nur mit Spülplan oder Rückbau
Wer vorhandene Warmwasserzuläufe nicht mehr oder seltener nutzt, übernimmt eine neue Aufgabe: In selten durchströmten Leitungen können sich Legionellen vermehren. Die KRINKO verlangt für diesen Fall, die regelmäßige Spülung der Warmwasserleitung für alle betroffenen Handwaschplätze in den einrichtungsinternen Water-Safety-Plan aufzunehmen. Alternativ kommt ein fachgerechter Rückbau der Leitungen infrage. Werden Leitungsstränge ganz ohne Warmwasser geführt, entfällt eine gegebenenfalls bestehende Pflicht zur Untersuchung des Warmwassers.
Für Praxisteams heißt das konkret: Hygieneplan und Ausstattungsbeschreibung der Handwaschplätze aktualisieren und die Änderung im Team besprechen. Die Basismaßnahme bleibt die Händedesinfektion; Händewaschen bleibt für definierte Situationen wichtig, etwa bei sichtbarer Verschmutzung oder nach der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Clostridioides difficile. Ein Nebeneffekt für die Hautgesundheit: Wiederholter Kontakt mit Wasser über 20 Grad kann laut KRINKO Hautirritationen begünstigen. Weniger Warmwasser kann die Haut also entlasten, ein bekanntes Berufsthema in Praxisteams.