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Honorarverhandlungen 2027: MFA-Gehälter sind gesetzliches Kriterium

Die erste Runde der Verhandlungen zum Orientierungswert 2027 blieb ohne Ergebnis. Die MFA-Tarifsteigerungen 2026 fließen per Gesetz in die Anpassung ein.

Die erste Verhandlungsrunde zwischen KBV und GKV-Spitzenverband zum Orientierungswert 2027 ist ohne Ergebnis geblieben. Das teilte die KBV am 13. August mit. Der Orientierungswert legt fest, wie viel Geld Praxen für ihre Leistungen nach dem EBM erhalten. Damit entscheidet er indirekt auch darüber, wie viel Spielraum für Personalkosten bleibt.

MFA-Tarifsteigerungen fließen in die Berechnung ein

Für MFA steckt in der Meldung ein Mechanismus, den viele nicht kennen: Nach Paragraf 87 Absatz 2g SGB V ist bei der Anpassung des Orientierungswertes unter anderem die Entwicklung der Investitions- und Betriebskosten der Praxen zu berücksichtigen. Dazu zählen die Personalkosten. Laut KBV fließen die Tarifsteigerungen für Medizinische Fachangestellte aus dem Jahr 2026 in die Anpassung des Orientierungswertes für 2027 ein. Steigende MFA-Gehälter sind also kein reines Thema zwischen Praxisleitung und Team, sondern offizieller Rechenposten der bundesweiten Honorarverhandlungen.

Der Rahmen ist dabei enger als in den Vorjahren. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sieht vor, dass die maßgebliche Veränderung der Grundlohnrate für die Jahre 2027 bis 2029 um jeweils einen Prozentpunkt abgesenkt wird. KBV-Vorstandsvorsitzender Andreas Gassen nannte das Angebot der Krankenkassen "völlig unzureichend". Das ist die Position der Ärzteseite; eine öffentliche Bewertung des GKV-Spitzenverbands zur ersten Runde liegt bisher nicht vor.

Wie es weitergeht

Bis zum 15. September stellt das Bundesgesundheitsministerium die Grundlohnrate für 2027 fest. Kommt danach keine Einigung zustande, entscheidet der Erweiterte Bewertungsausschuss. Im Herbst folgen die regionalen Vergütungsverhandlungen.

Für MFA fällt das in eine sensible Phase: Der Gehaltstarifvertrag zwischen dem Verband medizinischer Fachberufe (vmf) und der Arbeitgeberseite AAA läuft am 31. Dezember 2026 aus. Wie viel Spielraum Praxen in künftigen Gehaltsgesprächen haben, hängt auch davon ab, ob die gestiegenen Personalkosten im Orientierungswert 2027 tatsächlich ankommen.

Quellen