Karrierewege für MFA: Studie zeigt, woran der Aufstieg hakt
Eine Studie der Goethe-Universität Frankfurt im Auftrag der Bertelsmann Stiftung benennt, warum Weiterbildung für MFA oft folgenlos bleibt: zersplitterte Anerkennung und Delegation, die sich für Praxen kaum rechnet.
An Aufstiegswegen mangelt es nicht: VERAH, NäPA und EVA, die Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung, dazu Bachelor-Studiengänge wie Physician Assistance, Primary Care Management oder Praxis- und Versorgungsmanagement. Was fehlt, ist ein System dahinter. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Goethe-Universität Frankfurt im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Aufstiegsfortbildungen bleiben demnach häufig regional und anbieterabhängig, ein klarer bundesweiter Karrierepfad fehlt. Die Studie spricht von "Wildwuchs" bei den Weiterbildungsoptionen.
Die Zahlen hinter dem Alltag
Rund 475.000 MFA arbeiten in Deutschland, der Frauenanteil liegt konstant über 96 Prozent. Bis 2028 prognostiziert die Studie eine Fachkräftelücke von 14.396 MFA. Der Anteil der Vollzeitbeschäftigten ist von 46,4 Prozent im Jahr 2012 auf 39,8 Prozent im Jahr 2024 gesunken, die Altersgruppe ab 60 Jahren hat sich im gleichen Zeitraum mehr als verdoppelt. Beim Gehalt zitiert die Studie den Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit mit einem Median von 3.129 Euro. Im Vergleich der Ausbildungsberufe im Gesundheitswesen bewegt sich das MFA-Gehalt damit im unteren Feld.
Warum Qualifikationen oft folgenlos bleiben
Der Übergang ins Studium ist formal möglich, wird aber nur von einem sehr kleinen Teil genutzt. Die Studie nennt als Gründe die starke Trennung von beruflicher und akademischer Bildung und die zurückhaltende Anerkennung von Berufserfahrung. Höhere Leitungsstellen gehen zudem häufig an akademisch qualifizierte Berufsgruppen.
Der für Praxisteams wichtigste Befund betrifft die Delegation. Als zentrale Hürden benennt die Studie unzureichende Vergütung delegierbarer Leistungen und fehlende Refinanzierung von Qualifikationen. In der Auswertung heißt es knapp: "Delegation lohnt sich wirtschaftlich nicht". Das erklärt einen bekannten Effekt: Eine MFA schließt die VERAH-Fortbildung ab und macht danach weitgehend dieselbe Arbeit wie vorher. Die Studie fordert deshalb transparente Karriere- und Entwicklungsperspektiven sowie rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen, die den erweiterten Einsatz qualifizierter MFA tragen.