Schwanger als MFA: Mutterschutz in der Arztpraxis
Rechtsstand · Allgemeine Information, keine Rechtsberatung im Einzelfall

Inhalt
Bist Du schwanger und angestellt in einer Praxis, schützt Dich das Mutterschutzgesetz. Als Auszubildende nennt es Dich ausdrücklich.[1] Laut Leitfaden des Bundesfamilienministeriums gilt es auch in Teilzeit, im Minijob und im befristeten Job.[2] Der MFA-Tarif hat zum Mutterschutz keine eigenen Regeln.[3] Es gilt also das Gesetz, egal ob der Tarif für Dich gilt. Eigene Tarifregeln gibt es erst bei der Elternzeit.[4][5][6] Sie betreffen Dich nur, wenn der Tarif für Dich gilt.
Auf einen Blickgesetzlich
- Mitteilen
Ab Deiner Mitteilung muss die Praxis Schutzmaßnahmen festlegen.
- Gefährdungsbeurteilung
Die Praxis prüft jede Tätigkeit und sagt Dir, was für Dich gilt.
- Umgestalten vor Verbot
Erst den Arbeitsplatz anpassen, dann umsetzen, erst dann betriebliches Beschäftigungsverbot.
- Lohn läuft weiter
Im Beschäftigungsverbot bekommst Du Deinen Durchschnittsverdienst.
- Kündigungsschutz
In der Schwangerschaft und bis mindestens vier Monate nach der Geburt, wenn die Praxis davon weiß oder Du es ihr rechtzeitig sagst.
Schwangerschaft mitteilen: Ab dann muss die Praxis handeln
Sag Deiner Praxis Bescheid, sobald Du weißt, dass Du schwanger bist. So sieht es das Mutterschutzgesetz vor, zusammen mit dem voraussichtlichen Geburtstermin.[7] Eine Pflicht ist das nicht, im Gesetz steht „soll“. Früh Bescheid zu sagen, lohnt sich trotzdem:
- Ab Deiner Mitteilung muss die Praxis Schutzmaßnahmen für Dich festlegen.[8]
- Der Kündigungsschutz greift, wenn die Praxis von der Schwangerschaft weiß. Oder wenn Du es ihr innerhalb von zwei Wochen sagst, nachdem Du eine Kündigung bekommen hast.[9] Mehr unter Kündigungsschutz.
Will die Praxis einen Nachweis, sollst Du eine Bescheinigung Deiner Ärztin, Deines Arztes oder Deiner Hebamme vorlegen.[10] Die Kosten trägt die Praxis.[11] Den Mutterpass darf sie laut Leitfaden nicht verlangen.[12]
Die Praxis meldet die Schwangerschaft der Aufsichtsbehörde Deines Landes, Unbefugten darf sie nichts davon sagen.[13]
Was Deine Praxis jetzt prüfen muss
Deine Praxis muss für jede Tätigkeit prüfen, ob sie Schwangere, Stillende oder ihr Kind gefährden kann. Das nennt man Gefährdungsbeurteilung.[14] Diese Pflicht gilt auch, wenn gerade niemand im Team schwanger ist.[15]
Sobald Du Bescheid gesagt hast, legt die Praxis unverzüglich fest, was sie zu Deinem Schutz tut. Außerdem muss sie Dir ein Gespräch über weitere Anpassungen anbieten.[8] Bis dahin darfst Du nur Aufgaben übernehmen, die keine weiteren Schutzmaßnahmen brauchen oder für die sie schon getroffen sind.[16][17] Auf die nötigen Schutzmaßnahmen kannst Du nicht verzichten, auch wenn Du es möchtest.[18]
Die Praxis dokumentiert das und sagt Dir, welche Schutzmaßnahmen für Dich gelten.[19] Und Du musst Dich in Pausen hinlegen, hinsetzen und ausruhen können.[20]
Das kannst Du fragen:
- Welche meiner Aufgaben hat die Praxis geprüft, und mit welchem Ergebnis?
- Was gilt ab heute für mich?
- Wann sprechen wir über weitere Anpassungen?
Tipp für Deine Chefin oder Deinen Chef: Der Virchowbund, der Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, bietet Mitgliedern laut Website eine kostenlose Praxisinfo „Schwangerschaft, Mutterschutz und Elternzeit“.
Typische Praxistätigkeiten im Check
Patientenkontakt ist nicht generell verboten. Verboten ist der Kontakt mit Krankheitserregern, wenn er Dich oder Dein Kind unverantwortbar gefährdet.[21] Was das bei Dir heißt, klärt die Gefährdungsbeurteilung. Der Ausschuss für Mutterschutz hat zu Blutabnahme, Infektionen oder Röntgen bisher keine Regel veröffentlicht (Stand Oktober 2026).[22] Die Aufsichtsbehörde kann aber im Einzelfall Schutzmaßnahmen anordnen oder Tätigkeiten verbieten.[23]
Blutabnahme und Spritzen: Hier sind sich die Länder nicht einig.
- Niedersachsen: Geräte mit passivem, selbstauslösendem Schutz, etwa Sicherheitslanzetten, sind in der Regel vertretbar.[24]
- Nordrhein-Westfalen: Im Allgemeinen nicht beanstandet, mit passiven Sicherheitsinstrumenten, geschultem und erfahrenem Personal und ohne abwehrende Patient:innen wie Kleinkinder.[25]
- Hessen: Die Blutabnahme nennt Hessen nicht ausdrücklich. Injektionen und Punktionen sind bei Verletzungs- und Infektionsgefahr nicht erlaubt. Mit ausnahmslos stichsicheren Systemen geht es unter weiteren Voraussetzungen.[26]
- Baden-Württemberg: Ein Krankenhaus-Leitfaden empfiehlt, Blutabnahmen und Injektionen zu unterlassen. Für Blutabnahmen allgemein nennt er keine Ausnahme für Sicherheitsprodukte. Nur bei kapillarer Blutabnahme mit Sicherheitslanzette gilt: Sie soll lediglich unterbleiben, wenn Schutzmaßnahmen fehlen. Er versteht sich als Empfehlung.[27]
Infektionen: Bei Röteln und Toxoplasmose zählt Dein Immunschutz. Ohne ihn gilt der Kontakt laut Gesetz als unverantwortbar.[21] Hessen sieht ein erhöhtes Risiko etwa in der Infektsprechstunde und in Kinderarztpraxen.[26] Die größten Infektionsrisiken für Schwangere sind laut Ausschuss für Mutterschutz Zytomegalie (CMV) und Ringelröteln. Übertragen werden sie vor allem von kleinen Kindern, meist außerhalb der Arbeit.[28]
Röntgen: Ab Deiner Mitteilung gilt für Dein Kind ein Grenzwert von 1 Millisievert bis zum Ende der Schwangerschaft.[29] In den Kontrollbereich darfst Du nur, wenn die Praxis das erlaubt und überwacht und dokumentiert, dass der Grenzwert eingehalten wird.[30] Niedersachsen schreibt: Während geröntgt wird, darfst Du nicht in den Kontrollbereich.[31] Hessen erlaubt es nur, wenn es für den Betrieb dringend nötig ist.[26]
Desinfektion und Instrumente: Kritisch sind Gefahrstoffe, die zum Beispiel als fortpflanzungsgefährdend (reproduktionstoxisch) gelten.[32] Instrumente aufräumen, reinigen und desinfizieren ist nach Niedersachsen nicht zulässig.[24]
Heben und Stehen: Ohne Hilfsmittel darfst Du nicht regelmäßig mehr als 5 kg oder gelegentlich mehr als 10 kg heben. Nach dem fünften Monat darfst Du höchstens vier Stunden am Tag ständig stehen, wenn Du Dich dabei kaum bewegst.[33]
Abendsprechstunde: Zwischen 20 und 6 Uhr darfst Du nicht arbeiten.[34] Bis 22 Uhr geht es nur mit Deinem Einverständnis und einem Antrag bei der Behörde, neben weiteren Bedingungen.[35]
Anmeldung, Telefon, Organisation: Hessen zählt diese Aufgaben zu den unkritischen.[26]
Unsicher? Die Aufsichtsbehörde Deines Landes berät auch Dich, nicht nur die Praxis. Fragen zum Geld beantwortet sie nicht.[36] Die zuständige Stelle findest Du in der Länderübersicht des Familienportals.[37]
Erst umgestalten, dann umsetzen, dann betriebliches Beschäftigungsverbot
Ein Beschäftigungsverbot heißt: Du darfst bestimmte oder alle Aufgaben nicht mehr machen, Dein Geld läuft aber weiter.[38][39] Bevor die Praxis es ausspricht, muss sie eine feste Reihenfolge einhalten:[40]
- Umgestalten: Die Praxis ändert Deine Arbeit so, dass keine unverantwortbare Gefährdung mehr besteht.[41]
- Umsetzen: Geht das nicht oder nur mit unverhältnismäßigem Aufwand, bekommst Du einen anderen geeigneten Arbeitsplatz. Vorausgesetzt, die Praxis hat einen und er ist für Dich zumutbar.
- Betriebliches Beschäftigungsverbot: Erst wenn beides nicht reicht, darf die Praxis Dich nicht weiter beschäftigen.
Umsetzen kann zum Beispiel heißen: Anmeldung und Telefon statt Behandlungsraum. Ob das bei Dir passt, klärt die Gefährdungsbeurteilung.[26] Das Verbot darf nur so weit gehen wie nötig. Auch ein teilweises Verbot ist möglich.[38]
Ärztliches Beschäftigungsverbot: Unabhängig davon gilt: Bescheinigt Dir Deine Ärztin oder Dein Arzt, dass weitere Arbeit Dich oder Dein Kind gefährdet, darf die Praxis Dich insoweit nicht beschäftigen.[42] Das ist keine Krankschreibung. Laut Leitfaden muss auf der Bescheinigung stehen, welches von beiden vorliegt.[43]
Dein Geld: Mutterschutzlohn, Mutterschaftsgeld und Zuschuss
Mutterschutzlohn im Beschäftigungsverbot: Die Praxis zahlt Dir Deinen Durchschnittsverdienst der letzten drei abgerechneten Monate vor der Schwangerschaft. Hast Du erst in der Schwangerschaft angefangen, zählen Deine ersten drei Monate.[39] Das gilt beim betrieblichen und beim ärztlichen Verbot, auch wenn es nur teilweise gilt.[44][39]
Mutterschaftsgeld in den Schutzfristen: Bist Du Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse, zahlt sie Dir Mutterschaftsgeld.[45] Das sind höchstens 13 € pro Kalendertag.[46]
Zuschuss der Praxis: Den Rest bis zu Deinem durchschnittlichen Netto zahlt die Praxis. Hier zählen die drei Monate vor Beginn der Schutzfrist.[47] Ein Beispiel aus dem Leitfaden: Bei 32,50 € Netto am Tag zahlt die Kasse 13 € und die Praxis 19,50 €.[48]
Privat oder familienversichert: Dann zahlt das Bundesamt für Soziale Sicherung auf Antrag insgesamt höchstens 210 €.[49] Den Zuschuss der Praxis bekommst Du trotzdem, seine Höhe ändert sich dadurch nicht.[48] Laut Leitfaden gilt das auch im Minijob, gegebenenfalls mit Zuschuss der Praxis.[50] Den Antrag findest Du beim Bundesamt für Soziale Sicherung.
Mutterschutzlohn und Zuschuss bekommt Deine Praxis zurück. Die Krankenkasse erstattet ihr Mutterschutzlohn und Zuschuss sowie die Arbeitgeberbeiträge auf den Mutterschutzlohn in vollem Umfang (Umlage U2).[51] Eine Größengrenze nennt das Gesetz für diese Erstattung nicht, anders als bei der Erstattung im Krankheitsfall.[51][52]
Beim Urlaub zählen Beschäftigungsverbot und Schutzfristen wie Arbeitszeit.[53][44] Kürzen darf die Praxis ihn deshalb laut Leitfaden nicht.[54] Was Du vorher nicht nehmen konntest, nimmst Du danach, im laufenden oder im nächsten Urlaubsjahr.[53] Mehr auf der Seite Urlaub.
Schutzfristen vor und nach der Geburt
In den Schutzfristen darf die Praxis Dich nicht beschäftigen. So lange dauern sie:
| Situation | Schutzfrist |
|---|---|
| Vor der Geburt | 6 Wochen, freiwillig arbeiten möglich[55] |
| Nach der Geburt | 8 Wochen[56] |
| Nach Früh- oder Mehrlingsgeburt | 12 Wochen[56] |
| Behinderung des Kindes in den ersten 8 Wochen festgestellt | 12 Wochen, auf Deinen Antrag[56] |
| Fehlgeburt ab der 13., 17. oder 20. Woche | 2, 6 oder 8 Wochen, freiwillig arbeiten möglich[57][58] |
Vor der Geburt darfst Du arbeiten, wenn Du das ausdrücklich erklärst. Die Erklärung kannst Du jederzeit widerrufen.[55] Kommt Dein Kind zu früh, hängst Du die Tage, die Dir vor der Geburt gefehlt haben, hinten an.[55][56] Nach einer Fehlgeburt greift die Schutzfrist laut Leitfaden nur, wenn die Praxis von der Schwangerschaft oder der Fehlgeburt weiß.[59] Vor der 13. Woche gibt es keine Schutzfrist.[60] Deine Fristen rechnest Du mit dem Mutterschutzrechner der Knappschaft-Bahn-See aus.
Ab 18 arbeitest Du in der Schwangerschaft höchstens 8,5 Stunden am Tag und 90 Stunden in der Doppelwoche, unter 18 höchstens 8 und 80 Stunden. In Teilzeit nicht mehr als vereinbart, im Monatsschnitt. Nach Feierabend hast Du mindestens elf Stunden Ruhe.[61] Sonn- und Feiertage sind grundsätzlich frei.[62]
Für Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft stellt Dich die Praxis frei. Stillst Du, bekommst Du im ersten Jahr auf Verlangen Stillzeit, mindestens zweimal täglich eine halbe Stunde oder einmal eine Stunde.[63] Diese Zeiten kosten Dich kein Geld und werden nicht nachgearbeitet.[64]
Kündigungsschutz: Wann die Praxis nicht kündigen darf
Während der Schwangerschaft darf Dir Deine Praxis nicht kündigen. Der Schutz gilt bis zum Ende der Schutzfrist nach der Geburt, mindestens aber bis vier Monate nach der Geburt. Nach einer Fehlgeburt nach der zwölften Woche sind es vier Monate.[9]
Das gilt, wenn die Praxis davon weiß oder wenn Du es ihr innerhalb von zwei Wochen sagst, nachdem Du die Kündigung bekommen hast. Später geht es nur, wenn Du an der Verspätung keine Schuld hast und es sofort nachholst.[9] Nur in besonderen Fällen, die nichts mit Deiner Schwangerschaft zu tun haben, kann die zuständige Landesbehörde eine Kündigung ausnahmsweise erlauben.[65] Ein befristeter Vertrag endet laut Leitfaden trotzdem zum vereinbarten Datum.[2]
Kündigung bekommen? Willst Du Dich wehren, musst Du innerhalb von drei Wochen beim Arbeitsgericht klagen. Die Frist läuft ab dem Tag, an dem Du die schriftliche Kündigung bekommen hast.[66] Erfährst Du ohne eigenes Verschulden erst nach Ablauf der drei Wochen von der Schwangerschaft, lässt das Gericht die Klage auf Deinen Antrag nachträglich zu. Dafür gelten eigene, kurze Fristen.[67][68] Hol Dir deshalb schnell Hilfe, siehe Wo Du Hilfe bekommst. Mehr zu Fristen auf der Seite Kündigung.
Elternzeit und Elterngeld kompakt
Elternzeit kannst Du bis zum dritten Geburtstag Deines Kindes nehmen. Bis zu 24 Monate davon kannst Du auf später verschieben, bis zum achten Geburtstag. Bei Müttern zählt die Schutzfrist nach der Geburt mit.[69]
Anmelden musst Du die Elternzeit spätestens sieben Wochen vor Beginn, in Textform.[70] Textform heißt: Eine E-Mail oder ein Brief ohne Unterschrift reicht.[71] Dabei legst Du fest, wann Du in den ersten zwei Jahren ab Beginn Elternzeit nimmst. Für Elternzeit nach dem dritten Geburtstag gilt eine Frist von 13 Wochen.[70] Ist Dein Kind vor dem 01.05.2025 geboren, gilt noch die Schriftform. Dann brauchst Du grundsätzlich Deine eigenhändige Unterschrift.[72][73][74]
In der Elternzeit darfst Du bis zu 32 Wochenstunden im Monatsschnitt arbeiten.[75] Eine Teilzeit, die Du schon vorher hattest, kannst Du fortsetzen. Über eine neue Teilzeit sollt Ihr Euch innerhalb von vier Wochen einigen.[76] Einen durchsetzbaren Anspruch hast Du nur, wenn die Praxis in der Regel mehr als 15 Beschäftigte hat, Azubis nicht mitgezählt. Dazu kommen weitere Voraussetzungen. In kleineren Praxen bleibt für eine neue Teilzeit nur die Einigung.[77][76]
Kündigungsschutz hast Du ab der Anmeldung, frühestens acht Wochen vor Beginn der Elternzeit, ab dem dritten Geburtstag 14 Wochen. Das gilt auch, wenn Du in der Elternzeit bei Deiner Praxis in Teilzeit arbeitest.[78]
Deinen Urlaub darf die Praxis für jeden vollen Kalendermonat Elternzeit um ein Zwölftel kürzen, muss aber nicht. Arbeitest Du bei ihr in Teilzeit weiter, darf sie nicht kürzen.[79] Wenn der Tarif für Dich gilt, steht dort dieselbe Kann-Regel.[6] Mehr auf der Seite Urlaub, Abschnitt Elternzeit.
Wenn der Tarif für Dich gilt, wird die Sonderzahlung anteilig gekürzt, solange Dein Arbeitsverhältnis wegen Elternzeit ruht.[5]
Elterngeld (Stand: Gesetz mit Änderungen bis 22.12.2025): Das Basiselterngeld beträgt 67 % Deines Einkommens vor der Geburt, mindestens 300 € und höchstens 1.800 € im Monat. Über 1.200 € Einkommen sinkt der Satz schrittweise bis auf 65 %.[80] Zusammen habt Ihr zwölf Monate. Dazu kommen zwei Partnermonate, wenn das Einkommen eines Elternteils in zwei Monaten sinkt.[81]
Für Kinder ab dem 01.04.2025 gibt es kein Elterngeld, wenn Ihr im letzten abgeschlossenen Steuerjahr vor der Geburt zusammen mehr als 175.000 € zu versteuern hattet.[82] Mutterschaftsgeld und Zuschuss ab dem Tag der Geburt werden aufs Elterngeld angerechnet. Die 210 € vom Bundesamt nicht.[83][49] Rückwirkend gibt es Elterngeld nur für drei Lebensmonate vor dem Lebensmonat, in dem Dein Antrag eingeht. Stell ihn also früh.[84] Eine unverbindliche Schätzung liefert der Elterngeldrechner des Familienportals.
Eine Elterngeldreform ist geplant.[85] Am 28.10.2026 hat das Familienministerium einen überarbeiteten Gesetzentwurf in die Abstimmung zwischen den Ministerien gegeben: Danach soll das Elterngeld mindestens 330 € und höchstens 1.900 € im Monat betragen, und es bleibt bei 14 Monaten, wenn beide Elternteile Elterngeld nehmen.[86] Beschlossen ist das noch nicht. Bis dahin gelten die Beträge oben.
Zählt das für Deine Berufsjahre?
Wenn der Tarif für Dich gilt, zählen Deine Berufsjahre ab dem Monat Deiner bestandenen MFA-Prüfung.[87] Elternzeit zählt dabei zur Hälfte.[4] Den Mutterschutz erwähnt der Manteltarifvertrag nicht.[3]
Die Arbeitgeberseite sieht es teils anders: Laut FAQ der Arbeitgeberseite (AAA) zum Gehaltstarifvertrag zählen Mutterschutz und zulässige Teilzeit in der Elternzeit voll. Das gilt laut FAQ aber nur, wenn Du in der Zeit in einem aktiven Arbeitsverhältnis standest.[88] Diese Bedingung steht nicht im Tariftext. Dort steht zu Mutterschutz und Elternzeit nur, dass Elternzeit zur Hälfte zählt.[4]
Was Berufsjahre für Dein Gehalt bedeuten, steht auf der Gehaltsseite unter Mutterschutz, Elternzeit und Berufsjahre.
Wo Du Hilfe bekommst
Diese Seite erklärt, was im Tarifvertrag und im Gesetz steht. Ob das in Deinem Fall so gilt, kann sie nicht beurteilen. Dafür gibt es diese Stellen:
- vmf-Rechtsberatung: Nach Angaben des Verbands medizinischer Fachberufe (vmf) haben Mitglieder laut Satzung vom ersten Tag der Mitgliedschaft an Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung (Seite abgerufen am 28. Oktober 2026).
- Gewerkschaft: Gewerkschaften dürfen ihre Mitglieder vor dem Arbeitsgericht vertreten, so steht es im Arbeitsgerichtsgesetz. Frag nach, welche Beratung Deine Gewerkschaft anbietet.
- Anwältin oder Anwalt: Eine Rechtsanwältin oder ein Rechtsanwalt berät und vertritt Dich in Rechtsfragen, auch vor dem Arbeitsgericht. Mit besonderen Kenntnissen und Erfahrungen im Arbeitsrecht kann sie oder er die Erlaubnis bekommen, sich Fachanwältin oder Fachanwalt für Arbeitsrecht zu nennen.
- Arbeitsgericht: In der ersten Instanz darfst Du Dich selbst vertreten. Deine Klage kannst Du dort auch mündlich zu Protokoll der Geschäftsstelle geben. Das regeln das Arbeitsgerichtsgesetz und die Zivilprozessordnung. Am Arbeitsgericht Berlin zum Beispiel nimmt die Rechtsantragstelle Klagen kostenlos zu Protokoll. Rechtsberatung gibt es dort ausdrücklich nicht.
Achte auf Fristen. Hältst Du eine Kündigung für unwirksam, hast Du drei Wochen Zeit für die Klage beim Arbeitsgericht. Die Frist beginnt, wenn Dir die schriftliche Kündigung zugeht. Braucht die Kündigung die Zustimmung einer Behörde, gilt etwas anderes. Dann beginnt die Frist erst, wenn Dir die Entscheidung der Behörde bekannt gegeben wird. So steht es im Kündigungsschutzgesetz.
Für Azubis gibt es eine Besonderheit. Die Ärztekammer kann einen Ausschuss bilden, der Streit zwischen Ausbildenden und Azubis aus einem bestehenden Ausbildungsverhältnis schlichtet. Gibt es diesen Ausschuss, muss er die Sache verhandelt haben, bevor Du klagst. Das regeln das Arbeitsgerichtsgesetz und das Berufsbildungsgesetz. Frag deshalb sofort bei einer der Stellen oben nach, welcher Weg und welche Frist für Dich gelten.
Gilt der Manteltarifvertrag für Dich, musst Du Ansprüche aus Deinem Arbeitsverhältnis schriftlich geltend machen. Dafür hast Du zwölf Monate ab dem Entstehen des Anspruchs. So steht es im Manteltarifvertrag.
Häufige Fragen
Das klärt die Gefährdungsbeurteilung Deiner Praxis. Ein generelles Verbot steht nicht im Mutterschutzgesetz. Verboten ist der Kontakt mit Krankheitserregern, wenn er Dich oder Dein Kind unverantwortbar gefährdet. Die Behörden sehen die Blutabnahme mit Sicherheitsprodukten unterschiedlich. Niedersachsen hält passiv sichere Geräte in der Regel für vertretbar. Ein Krankenhaus-Leitfaden aus Baden-Württemberg empfiehlt dagegen, Blutabnahmen zu unterlassen. Eine Ausnahme nennt er nur für kapillare Blutabnahme mit Sicherheitslanzette. Frag im Zweifel die Aufsichtsbehörde Deines Landes.
Grundsätzlich nicht. Deine Praxis zahlt Dir Mutterschutzlohn, auch bei einem teilweisen Verbot. Er entspricht Deinem Durchschnittsverdienst der letzten drei abgerechneten Monate vor der Schwangerschaft. Die Praxis bekommt das Geld von der Krankenkasse voll erstattet.
Nein. Das Gesetz sagt, Du sollst es mitteilen, sobald Du es weißt. Das ist keine Pflicht. Schutzmaßnahmen muss die Praxis aber erst festlegen, wenn Du es ihr gesagt hast. Weiß sie bei einer Kündigung noch nichts, kannst Du es ihr innerhalb von zwei Wochen sagen. Im Bewerbungsgespräch musst Du eine Schwangerschaft laut Leitfaden des Bundesfamilienministeriums nicht offenbaren, auch nicht auf Nachfrage.
Ja. Auszubildende nennt das Gesetz ausdrücklich. Laut Leitfaden des Bundesfamilienministeriums gilt es auch in Teilzeit, im Minijob und im befristeten Job. Als Minijobberin mit eigener Kassenmitgliedschaft bekommst Du bis zu 13 Euro Mutterschaftsgeld pro Tag. Familienversichert sind es einmalig bis zu 210 Euro vom Bundesamt für Soziale Sicherung. Dazu kommt gegebenenfalls der Zuschuss der Praxis.
Seit dem 01.06.2025 gibt es Schutzfristen nach einer Fehlgeburt: zwei Wochen ab der 13., sechs Wochen ab der 17. und acht Wochen ab der 20. Schwangerschaftswoche. Willst Du trotzdem arbeiten, kannst Du das ausdrücklich erklären und jederzeit widerrufen. Nach einer Fehlgeburt nach der zwölften Woche darf Dir die Praxis vier Monate lang nicht kündigen. Voraussetzung: Sie weiß davon, oder Du sagst es ihr innerhalb von zwei Wochen nach der Kündigung. Vor der 13. Woche gibt es keine Schutzfrist. Bist Du krank, gelten die Regeln zur Entgeltfortzahlung beziehungsweise zum Krankengeld.
Wenn der Tarif für Dich gilt, ja, zur Hälfte. Deine Berufsjahre zählen laut Manteltarifvertrag ab dem Monat Deiner bestandenen MFA-Prüfung. Den Mutterschutz nennt der Manteltarifvertrag nicht. Laut FAQ der Arbeitgeberseite (AAA) zum Gehaltstarifvertrag zählen Mutterschutz und zulässige Teilzeit in der Elternzeit voll. Das gilt laut dieser FAQ aber nur, wenn Du in der Zeit in einem aktiven Arbeitsverhältnis standest. Diese Bedingung steht nicht im Tariftext.
Quellen (88)
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- Bundesministerium der Justiz: Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG), § 18 Abs. 1 und Abs. 2 Nr. 1, abgerufen am
- Bundesministerium der Justiz: Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG), § 17 Abs. 1 und 2, abgerufen am
- Bundesministerium der Justiz: Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG), § 2 Abs. 1, 2 und 4, abgerufen am
- Bundesministerium der Justiz: Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG), § 4 Abs. 3 und Abs. 6 Satz 1, abgerufen am
- Bundesministerium der Justiz: Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG), § 1 Abs. 8 und § 28 Abs. 5, abgerufen am
- Bundesministerium der Justiz: Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG), § 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, abgerufen am
- Bundesministerium der Justiz: Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG), § 7 Abs. 1, abgerufen am
- Bundesregierung: Rede von Bundesministerin Karin Prien zum Haushaltsgesetz 2027 im Deutschen Bundestag am 10.09.2026, Abschnitt Elterngeld, abgerufen am
- ZDFheute: Elterngeldreform: Mehr Geld und neue Aufteilung geplant (28.10.2026), Angaben des Bundesfamilienministeriums zum Gesetzentwurf in der Ressortabstimmung, abgerufen am
- Bundesärztekammer: Manteltarifvertrag für Medizinische Fachangestellte ab 01.01.2025, § 11 Abs. 2, abgerufen am
- Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen der Arzthelferinnen und Medizinischen Fachangestellten (AAA, Arbeitgeberseite): FAQs zum Gehaltstarifvertrag für Medizinische Fachangestellte vom 13.12.2024, Nr. 2 a, abgerufen am
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