
Weiterbildung
Assistenz Ambulante Anästhesie
Auf einen Blick
- Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als MFA, Arzthelfer:in oder vergleichbarer medizinischer Fachberuf
- Mindestens 12-monatige Tätigkeit in einer ambulant operierenden, interventionell-kardiologischen oder interventionell-radiologischen Einrichtung
- Dauer
90 UE (66 UE Theorie/Praxis + 24 UE Medizinprodukteaufbereitung), berufsbegleitend in bis zu 24 Monaten
- Kosten
800 – 1.500 € (je nach Anbieter)
- Fachbereich
- Anästhesiologie
- Arbeitsorte
- Arztpraxis, Klinik, Sonstige
- Berufliche Chancen
Mindestens Tätigkeitsgruppe III des MFA-Tarifvertrags; anerkennbar als Wahlteil für die Aufstiegsfortbildung Fachwirt:in für ambulante medizinische Versorgung.
Als Medizinische Fachangestellte (MFA) hast du die Möglichkeit, eine Fortbildung als anästhesiologische Assistenz nach dem Curriculum der Bundesärztekammer „Ambulante Anästhesie“ zu absolvieren. Die Fortbildung vermittelt alle notwendigen Kenntnisse der anästhesiologischen Abläufe in ambulanten Einrichtungen und qualifiziert dich für ein anspruchsvolles und zukunftsorientiertes Tätigkeitsfeld.
Die stetige Zunahme ambulanter Operationen und die sich fortlaufend erweiternden Möglichkeiten in diesem Bereich haben die Entwicklung moderner Anästhesietechniken und -verfahren befördert. Immer mehr operative Eingriffe werden ambulant durchgeführt, wodurch der Bedarf an qualifizierten Fachkräften in ambulant operierenden Einrichtungen deutlich steigt.
Wenn du bereits Erfahrungen in einem ambulanten OP gesammelt hast, ist diese Weiterbildung eine perfekte Ergänzung, um weitere anspruchsvolle Aufgaben zu übernehmen und deinen beruflichen Horizont zu erweitern. Die Assistenzaufgaben beziehen sich hier auf die Unterstützung in der Anästhesie – von den präoperativen Voruntersuchungen zur Überprüfung der körperlichen Voraussetzungen für eine Narkose, über die Kontrolle der Vitalfunktionen während des operativen Eingriffs, die Anwendung verschiedener Narkosen bis hin zur Überwachung der Patient:innen im Aufwachraum. Als MFA in der ambulanten Anästhesie wird es garantiert nicht langweilig!
Aufgaben als Assistenz Ambulante Anästhesie
Als Assistenz in der ambulanten Anästhesie bist du für das Rundumpaket der Vorbereitung, Durchführung und Nachsorge der anästhesiologischen Arbeit während einer ambulanten Operation qualifiziert. Du erweiterst deine medizinischen Kenntnisse insbesondere in der Schmerztherapie, der Allgemein- und Regionalanästhesie sowie in anästhesiologischen Besonderheiten.
Zu deinen konkreten Aufgaben gehören:
- Präoperatives Management: Du führst Vorbereitungsmaßnahmen bei Patient:innen durch, bereitest Anästhesiematerialien und -geräte vor, assistierst bei der Patientenaufklärung und organisierst die Prämedikation.
- Intraoperative Assistenz: Du assistierst dem anästhesiologischen Team beim Ein- und Ausleiten sowie während der Anästhesie. Nach ärztlicher Anweisung bist du sogar befugt, Medikamente, Infusionen, Blutersatzmittel und Anästhetika selbst zu verabreichen.
- Patientenüberwachung: Du kontrollierst und dokumentierst Vitalparameter, kannst die Zusammenhänge von Vitalparametern deuten und gemeinsam mit dem ärztlichen Team auf klinische Störungen reagieren.
- Postoperative Betreuung: Du überwachst die Patient:innen im Aufwachraum, führst pflegerische Maßnahmen durch und bereitest die Entlassung vor.
- Notfallmanagement: Du erkennst Notfallsituationen, kennst die Notfallausrüstung und -medikamente und unterstützt bei Reanimationsmaßnahmen.
- Hygienemaßnahmen: Du führst infektionsprophylaktische Maßnahmen fachkundig durch, wendest Medizinprodukte sachkundig an und bereitest sie sachgemäß auf.
- Dokumentation: Du führst die anästhesiologische Dokumentation korrekt und vollständig durch.
Die Aufteilung der Aufgaben ist je nach Organisationsart des OP meistens so verteilt, dass du als Anästhesie-Assistenz entweder den Aufwachraum, die Betreuung während der OP oder die Vorbereitung der Patient:innen managst. Die meisten OPs arbeiten in einem Rotationsprinzip, sodass du regelmäßig in alle Bereiche kommst.
Arbeitsorte
Mit der Qualifikation als Anästhesie-Assistenz für ambulante Einrichtungen kannst du in verschiedenen Settings arbeiten:
- Ambulante OP-Zentren: Hier finden verschiedenste ambulante Eingriffe statt, die von unterschiedlichen Fachdisziplinen durchgeführt werden.
- Praxen mit OP-Bereich: Viele fachärztliche Praxen (vor allem chirurgische, gynäkologische, HNO oder augenärztliche) verfügen über eigene kleine OP-Einheiten.
- Tageskliniken: Hier werden Patient:innen für eine kurze Zeit aufgenommen und am selben Tag wieder entlassen.
- Ambulante Abteilungen in Krankenhäusern: Viele Kliniken betreiben mittlerweile eigene ambulante OP-Abteilungen.
- Belegärztliche Abteilungen: Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte können ihre Patient:innen hier selbst operieren und versorgen.
Die Arbeit in ambulanten Einrichtungen bietet oft den Vorteil geregelter Arbeitszeiten ohne Nacht- und Wochenenddienste, wie sie in Krankenhäusern üblich sind. Allerdings können je nach Einrichtung auch Rufbereitschaften am Wochenende, nachts oder an Feiertagen zu deinen Aufgaben gehören.
Berufliche Chancen
Die Weiterbildung zur Anästhesie-Assistenz bietet dir ausgezeichnete berufliche Perspektiven. Da immer mehr operative Eingriffe ambulant durchgeführt werden, steigt auch der Bedarf an qualifizierten Fachkräften in diesem Bereich stetig an.
Du bekommst tiefgehende Einblicke in verschiedene Krankheitsbilder und wirst mit verschiedenen Narkosetechniken vertraut gemacht. Diese Kenntnisse sind auch bei einem späteren Wechsel in eine Klinik sehr wertvoll. Die Weiterbildung eröffnet dir zudem die Möglichkeit, in die Schmerztherapie zu wechseln.
Gehaltstechnisch steigst du mindestens in Tätigkeitsgruppe III auf. Oder höher, wenn du die 90 Fortbildungsstunden mit vorherigen Fortbildungen addieren kannst.
Besonders interessant: Die Weiterbildung kann als Wahlteil für die Aufstiegsfortbildung „Fachwirt:in für ambulante medizinische Versorgung“ anerkannt werden, was dir weitere Karrierewege eröffnet.
Fortbildungsablauf
Die Fortbildung zur Anästhesie-Assistenz umfasst 90 Unterrichtseinheiten (UE), die sich aus 66 UE fachtheoretischem und fachpraktischem Unterricht sowie 24 UE für das Modul „Aufbereitung von Medizinprodukten in der Arztpraxis“ zusammensetzen.
Die Weiterbildung ist berufsbegleitend angelegt und kann in Form von Wochen- oder Wochenendkursen absolviert werden. Sie muss innerhalb von maximal zwei Jahren abgeschlossen werden.
Der Unterricht besteht aus theoretischen und praktischen Anteilen, wobei fallbezogenen, gruppenbezogenen und handlungsorientierten Lernformen der Vorzug vor reinen Vortragsformen gegeben wird. Für die praktischen Anteile werden kleine Gruppen von maximal sechs Teilnehmenden gebildet.
Die Fortbildung kann teilweise auch als eLearning oder Blended-Learning angeboten werden, wobei der eLearning-Anteil maximal 40 Prozent (36 UE) betragen darf.
Fortbildungsinhalte
Die Fortbildung ist in 10 Module gegliedert:
1. Rechtliche Grundlagen (2 UE)
- Definition „ambulantes Operieren“
- Personelle Voraussetzungen
- Arzthaftpflicht/Haftungsrecht
- Patientenaufklärung
- Arbeitsschutz
- 2. Medizinische und strukturelle Grundlagen (9 UE)
- Voraussetzungen ambulanter Operationen
- Indikationen in verschiedenen Fachgebieten
- Qualitätsmanagement
- 3. Perioperatives Management (20 UE)
- Präoperatives Management (OP-Planung, Vorbereitung)
- Intraoperatives Management (Funktionen, physiologische Veränderungen)
- Verfahren der Lokal- und Regionalanästhesie
- Allgemeinanästhesie
- Postoperatives Management
- Notfallmanagement
- 4. Infektionsprophylaxe (10 UE)
- Organisation der Hygiene
- Erreger und Definition von Infektionen
- Personalbezogene Hygienemaßnahmen
- Patientenbezogene Hygienemaßnahmen
- 5. Medizinprodukte in der Anästhesie (5 UE)
- Vor- und Nachbereitung von Medizinprodukten
- Mitwirkung bei der Arzneimittelapplikation
- Besonderheiten bei operativen Eingriffen
- 6. Kinder-Anästhesie (4 UE)
- Anästhesiologische Besonderheiten im Kindesalter
- Patientenbetreuung unter Einbeziehung der Eltern
- 7. Umgang mit Patient:innen und Angehörigen (6 UE)
- Patientenwahrnehmung
- Informationsgespräche
- Kommunikationstechniken in herausfordernden Situationen
- 8. Patientenbeobachtung (4 UE)
- Zielorientierte Informationsanalyse
- Physiologische Beurteilungskriterien
- Fallbesprechungen
- 9. Best Practice (6 UE)
- Fallbeispiele und praktische Übungen
- 10. Medizinprodukteaufbereitung (24 UE)
- Gemäß Musterfortbildungscurriculum „Aufbereitung von Medizinprodukten in der Arztpraxis“
Prüfung und Abschluss
Die Lernerfolgskontrolle besteht aus zwei Teilen:
- Eine mindestens 30-minütige schriftliche Prüfung sowie die aktive Teilnahme an den Fallübungen „Best Practice“
- Nachweis der erfolgreichen Teilnahme am Modul „Aufbereitung von Medizinprodukten in der Arztpraxis“
Wenn du bereits erfolgreich am Lehrgang „Ambulantes Operieren“ nach dem Mustercurriculum der Bundesärztekammer teilgenommen hast, kann die schriftliche Lernerfolgskontrolle entfallen.
Nach erfolgreicher Teilnahme erhältst du ein Zertifikat über den Gesamtlehrgang. Voraussetzungen dafür sind der Nachweis der Teilnahme an allen Fortbildungsmodulen und das Bestehen der Lernerfolgskontrolle.
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