
Weiterbildung
MFA in der Notaufnahme / Notfallfachkraft
Auf einen Blick
- Voraussetzungen
Je nach Anbieter unterschiedlich:
- Ärztekammer BW: MFA, auch bereits während der Ausbildung, oder vergleichbarer Beruf
- and1more: abgeschlossene MFA-Ausbildung, Mindestalter 18 Jahre, mindestens 1 Jahr Berufserfahrung und weitere Nachweise
- Dauer
5 Module innerhalb von höchstens 2 Jahren (Ärztekammer BW) oder 600 UE (and1more)
- Kosten
235 € für die fünf 2026 ausgewiesenen Module der Ärztekammer BW; Preise anderer Anbieter separat prüfen.
- Fachbereich
- Sonstige
- Arbeitsorte
- Arztpraxis, Klinik
- Berufliche Chancen
Vertieft anbieterabhängig Kenntnisse für Notfälle und Notfallorganisation. Daraus folgen weder automatisch eine bestimmte Tätigkeit oder Eingruppierung noch eine Einsatzberechtigung im Rettungsdienst.
MFA arbeiten in Zentralen Notaufnahmen und Notfallambulanzen auch ohne eine bundesweit einheitliche Zusatzqualifikation. Eine aktuell abrufbare Klinikstelle nennt eine abgeschlossene MFA-Ausbildung; Erfahrung in der Notaufnahme und ein Röntgenschein sind dort erwünscht, aber keine Voraussetzung.
Eine Fortbildung zur Notfallfachkraft kann dein Wissen für Notfallsituationen und organisatorische Abläufe vertiefen. Die Bezeichnung steht jedoch nicht für einen bundesweit einheitlichen Kurs: Zugang, Umfang, Abschluss und Kosten unterscheiden sich deutlich. In der veröffentlichten Übersicht der Bundesärztekammer ist derzeit kein Musterfortbildungscurriculum „Notfallfachkraft“ gelistet.
Arbeitsplatz Notaufnahme
Kliniken beschäftigen MFA unter anderem für Patientenaufnahme, Dokumentation, Ablaufkoordination, Abrechnung und die Unterstützung von Pflegefachpersonen und dem ärztlichen Team. Je nach Stellenprofil kommen vorbereitende oder assistierende medizinische Tätigkeiten hinzu. Welche Aufgaben du konkret übernimmst, richtet sich nach deiner Qualifikation, der Einarbeitung, ärztlicher Delegation und den Vorgaben der Klinik.
Die Dienstzeiten musst du ebenfalls anhand der konkreten Stelle prüfen. Das Diakonie-Klinikum Stuttgart nennt zum Beispiel Wochenendarbeit, aber keinen Nachtdienst. Eine allgemeine Aussage zu Nacht-, Wochenend- oder Schichtdiensten wäre deshalb nicht belastbar.
Was eine Notfallfachkraft-Fortbildung vermittelt
Fortbildungen können Kenntnisse in Erster Hilfe, Reanimation, Notfallmanagement, Kommunikation und Organisation auffrischen oder erweitern. Sie ersetzen weder die Aufgabenabgrenzung im interprofessionellen Team noch die Einarbeitung in die Abläufe einer Zentralen Notaufnahme.
Ersteinschätzung, Stabilisierung und weitere medizinische Maßnahmen sind keine pauschalen Kompetenzen, die allein aus der Kursbezeichnung folgen. Maßgeblich sind das konkrete Curriculum, deine Grundqualifikation sowie die jeweiligen Verantwortungs- und Delegationsregeln. Pflegefachliche Verantwortung, ärztliche Diagnostik und Therapie oder die Tätigkeit von Notfallsanitäter:innen werden dadurch nicht automatisch Teil des MFA-Berufs.
Zwei unterschiedliche Kursmodelle
Die Landesärztekammer Baden-Württemberg bietet die „Notfallfachkraft in der Arztpraxis“ in fünf Modulen an. Dazu gehören Erste Hilfe, Reanimation, Praxisfälle, Brandschutz und Notfallmanagement. Zugelassen sind MFA bereits während der Ausbildung sowie vergleichbare Berufsgruppen. Wer alle Module innerhalb von zwei Jahren abschließt, erhält das Anbieterzertifikat. Für die fünf 2026 ausgewiesenen Module fallen zusammen 235 € an; die Anerkennung früherer Kurse erfolgt im Einzelfall.
Der Anbieter and1more führt dagegen eine „Notfall-MFA“ mit 600 UE, Krankenhaus- und Rettungsdienstpraktika sowie einem zusätzlichen Rettungssanitäter-Zertifikat. Verlangt werden unter anderem eine abgeschlossene MFA-Ausbildung, mindestens ein Jahr Berufserfahrung, Mindestalter 18 Jahre und weitere Nachweise. Diese Kombination gehört zu diesem konkreten Lehrgang und ist kein allgemeiner Standard für Notfallfachkraft-Kurse. Sie bedeutet auch nicht, dass jede kürzere Fortbildung automatisch für eine Tätigkeit im Rettungsdienst qualifiziert.
Arbeitsorte
Je nach Ausrichtung beziehen sich die Kurse auf Arzt- und Notfallpraxen oder auf die Arbeit in einer Klinik. Für eine MFA-Stelle in der Zentralen Notaufnahme ist entscheidend, was der konkrete Arbeitgeber verlangt. Eine Fortbildung kann bei einer Bewerbung hilfreich sein, ersetzt aber keine individuell geforderte Berufserfahrung oder Zusatzqualifikation.
Vor der Buchung prüfen
Vergleiche vor der Anmeldung den vollständigen Lehrplan, Zugangsvoraussetzungen, Präsenz- und Praxisanteile, Prüfungsform, Zertifikatsbezeichnung und Gesamtkosten. Kläre außerdem mit dem Anbieter und deinem Arbeitgeber, welche Aufgaben du nach dem Kurs tatsächlich übernehmen darfst und ob der Abschluss intern anerkannt oder finanziell gefördert wird. Eine bestimmte TVöD-/TV-L-Eingruppierung, Zulage oder Gehaltserhöhung lässt sich aus der Kursbezeichnung allein nicht ableiten.
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