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Medizinische Fachangestellte steht an der Rezeption und tippt am Laptop.

Weiterbildung –
Umschulung zur/zum MFA

Wenn du auf der Suche nach einem sinnstiftenden Job und einem krisensicheren Arbeitsplatz mit guten Weiterentwicklungsmöglichkeiten bist, ist eine Umschulung zur/zum Medizinischen Fachangestellten (MFA) eine attraktive Karrieremöglichkeit.

Der Beruf als MFA ist vor allem abwechslungsreich. Man arbeitet mit Menschen und führt sowohl medizinische Tätigkeiten als auch organisatorische und administrative Aufgaben aus. Diese Kombination aus einem menschennahen Job gepaart mit Teamarbeit und einem vielseitigen Aufgabenfeld in verschiedenen medizinischen Fachrichtungen ist für viele sehr erfüllend und motivierend.

Es gibt die Möglichkeit eine Umschulung zur/zum MFA zu absolvieren, die dich optimal auf den Job als MFA in der Arztpraxis vorbereitet. Die Umschulung dauert sogar nur 2 Jahre im Gegensatz zu der 3-jährigen Berufsausbildung zur MFA. Du bekommst das notwendige Wissen gemäß der Berufsausbildungsordnung für Medizinische Fachangestellte vermittelt und hast somit einen gleichwertigen Abschluss zur MFA.   

Welche Aufgaben, Jobaussichten, Gehalt und Weiterbildungsmöglichkeiten dich als MFA in der Arztpraxis erwarten sowie Informationen zur Umschulung, haben wir für dich einmal zusammengefasst. 

Auf einen Blick

VoraussetzungenEine abgeschlossene Berufsausbildung 
oder 
Eine 3½-jährige Erwerbstätigkeit 
oder 
2 Jahre Erwerbstätigkeit und 1½-Jahre Ausbildungszeit
Die Voraussetzungen können abhängig von deinem Bundesland variieren. 
Dauer24 Monate in Vollzeit 
30 Monate in Teilzeit
KostenDie Kosten für die Umschulung können auf Antragstellung durch das Arbeitsamt übernommen werden. Dazu musst du einen Bildungsgutschein beim Jobcenter der Arbeitsagentur beantragen.
ArbeitsorteArztpraxen, Medizinische Versorgungszentren, Ambulanzen, OP-Zentren, Rehaeinrichtungen, Kliniken und Krankenhäuser, Labore sowie andere Einrichtungen und Unternehmen im Gesundheitswesen, wie z.B. Gesundheitsämter, Abrechnungsstellen, Kassenärztliche Vereinigungen etc.
Berufliche ChancenSehr gute Aussichten auf einen Job
Sicheres, krisenfestes und langfristiges Arbeitsverhältnis 
Viele Weiterbildungsmöglichkeiten
Sinnstiftende Tätigkeit
Gute Arbeitszeiten

Wer eignet sich für die Umschulung zur/zum MFA?

Um für die Umschulung zugelassen zu werden, benötigst du in der Regel mindestens einen Hauptschulabschluss. Oftmals müssen Umschüler/innen bereits eine Berufsausbildung absolviert haben und können aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr in ihrem erlernten Beruf arbeiten. Oder aber du hast noch keine abgeschlossene Berufsausbildung, aber bereits einige Jahre praktische Berufserfahrung gesammelt. Die Zulassungsvoraussetzungen für die Umschulung zur/zum MFA fallen je nach Bundesland unterschiedlich aus. Deshalb informiere dich am besten direkt beim Jobcenter in deiner Stadt, welche Voraussetzungen für dich gelten. 

Abgesehen von den formalen Voraussetzungen solltest du bestimmte persönliche Eigenschaften mitbringen, damit der Beruf zu dir passt und dir langfristig Spaß macht. 

Wenn du schon immer gerne Kontakt zu anderen Menschen hattest, hilfsbereit bist und es dir Freude bereitet, dich um andere zu kümmern, besitzt du ideale Charaktereigenschaften für den Beruf als MFA. 

Du solltest Spaß an der Kommunikation mit Patienten haben, ihnen zuhören können und sowohl sensibel als auch empathisch auf kranke Menschen reagieren können. Dabei solltest du auch in der Lage sein, Schicksalsschläge und negative Patientenerlebnisse nicht zu nah an dich rankommen zu lassen, um dich mental selbst zu schützen. 

Die Patienten spüren, wenn ihnen echtes Interesse entgegengebracht wird und sie werden es dir auch vielfach zurückgeben. Diese Menschlichkeit und Herzlichkeit machen den Beruf  als MFA aus. Neben deinem monatlichen Gehalt wird dieser Lohn dich wesentlich mehr erfüllen und dir eine Sinnhaftigkeit im Beruf geben, die man in anderen Branchen nicht findet.

Zudem solltest du dich für Medizin interessieren und Lust darauf haben, medizinische Fachbegriffe und Wissen über den menschlichen Körper, Krankheiten und Medikamente anzueignen. Auch Kenntnisse über die rechtlichen Regelungen in einer Arztpraxis, Abrechnungswissen und neue Vorgaben von Krankenkassen etc. gehören zu deinem zukünftigen Arbeitsalltag. Die Medizin ist im stetigen Wandel und auch du musst dich regelmäßig weiterbilden, um am Ball zu bleiben. Das hält dich geistig fit und du wirst immer wieder neu gefordert und gefördert. So wird es im Beruf als MFA garantiert nie langweilig.

Wenn du dann noch ein echtes Organisationstalent bist und ein gutes Zeitmanagement besitzt, bist du bestens ausgestattet, um Praxisabläufe zu organisieren, Termine zu koordinieren und auf unvorhergesehene Praxissituationen adäquat zu reagieren, um eine gute Lösung für dich, die Ärzte, dein Team oder die Patienten/innen zu finden.

Aufgaben als Medizinische/r Fachangestellte/r

Die Aufgaben in einer Arztpraxis sind sehr vielfältig. Dazu zählen verwaltungstechnische Aufgaben, wie die Dokumentation von Untersuchungen und die Abrechnung der erbrachten Leistungen. Als MFA organisierst du aber auch viel, wie zum Beispiel die Bestellung von neuen Praxismaterialien, die Sprechstunde managen oder Termine für Patienten bei Fachärzten oder im Krankenhaus vereinbaren. 

Es gibt viele klassische Büroaufgaben, die erledigt werden müssen, wie Arztbriefe schreiben, Gutachten für Krankenversicherungen erstellen oder Befunde scannen.

Und natürlich viele praktische Tätigkeiten direkt am oder mit den Patienten: Untersuchungen durchführen, Blut abnehmen, den Ärzten bei kleineren Eingriffen assistieren, Laboruntersuchungen durchführen, Verbände anlegen, Röntgenbilder anfertigen usw. 

Du siehst, der Praxisalltag als MFA ist abwechslungsreich und du kannst verschiedene Aufgaben im Bereich Patientenversorgung, Administration oder Organisation übernehmen. Im Verlauf deiner beruflichen Tätigkeit hast du die Möglichkeit, durch Fort- und Weiterbildungen, dich auf bestimmte Bereiche zu spezialisieren. 

Arbeitsorte

Als MFA arbeitest du vor allem in Arztpraxen, Medizinischen Versorgungszentren, in Ambulanzen, Rehaeinrichtungen, Kliniken und Krankenhäusern. Es gibt aber auch eine Reihe weiterer Arbeitsplätze im Gesundheitswesen, die MFA benötigen. Eine Übersicht über alternative Jobs für MFA findest du auf unserer Website unter Jobs und Berufsbilder.

Berufliche Chancen als MFA

Auf dem Arbeitsmarkt hast du sehr gute Chancen, schnell einen Job als MFA in einer Arztpraxis bei dir in der Nähe zu finden. In den Praxen herrscht momentan großer Fachkräftemangel, weshalb es viele Stellenangebote für MFA gibt. Nach bestandener Probezeit bieten die meisten Arztpraxen direkt einen unbefristeten Arbeitsvertrag.

Der Einstieg als MFA bietet dir vor allem einen sicheren und langfristigen Arbeitsplatz. Das Gesundheitswesen ist nicht wie andere Branche ein Saisongeschäft oder wird in Krisenzeiten heruntergefahren. 

Wie bereits beim Aufgabenfeld als MFA erwähnt, hast du hier ein breites Feld an Tätigkeiten im medizinischen und administrativen-organisatorischen Bereich. Entsprechend gibt es auch viele Möglichkeiten für deine berufliche Weiterentwicklung und Aufstiegsmöglichkeiten. 

Du kannst kleinere Fortbildungen besuchen, um dir Wissen anzueignen, z.B. über das Anlegen von Tapeverbänden. Oder auch größere, intensive Aufstiegsfortbildungen absolvieren, um dich auf die nächste Karrierestufe zu hebeln oder einen speziellen Verantwortungsbereich in der Praxis zu übernehmen. Ein Beispiel dafür ist die Fortbildung zur Praxismanager/in, Fachwirt im Gesundheitswesen, QM-Beauftragte. etc. Du findest bei uns einen Überblick über weitere Aufstiegsmöglichkeiten in der Arztpraxis.

Was das Gehalt als MFA angeht, kannst du mit einem Einstiegsgehalt ab 2300€ brutto aufwärts rechnen. Achte bei der Gehaltsverhandlung darauf, dass du mindestens nach dem MFA-Tarif bezahlt wirst. Mit unserem Gehaltsrechner kannst du dir ausrechnen, wie hoch das Gehalt in den einzelnen Karrierestufen als MFA ausfällt. Da die Praxen nicht verpflichtet sind nach Tarif zu zahlen, ist vieles Verhandlungssache und neben dem Grundgehalt bieten viele Arbeitgeber auch Bonuszahlungen oder andere monetäre Benefits an. Mit unseren Tipps zur Gehaltsverhandlung kannst du das beste Angebot  für dich aushandeln.

Neben dem Gehalt bietet die Arztpraxis gute Arbeitsbedingungen in Bezug auf die Arbeitszeiten. Es gibt nur sehr wenige Praxen, die am Wochenende oder bis in die späten Abendstunden geöffnet haben. Somit kannst du mit geregelten Arbeitszeiten rechnen. Auch an Feiertagen haben die Praxen geschlossen und du hast einen freien Tag.

Ablauf Umschulung zur/zum MFA

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, die Umschulung als MFA zu absolvieren. Entweder du machst eine Umschulung in betrieblicher Form, die dann ähnlich wie eine duale Ausbildung abläuft. Hauptsächlich bist du in der Arztpraxis oder einer anderen medizinischen Einrichtung und lernst alle notwendigen Kenntnisse in praktischer Form. Ergänzt wird dein Wissen durch den theoretischen Unterricht in der Schule. Die zweite Möglichkeit ist die außerbetriebliche Umschulung. Hier gehst du in Vollzeit zur Schule und eignest dir theoretisches Wissen an. Die schulische Umschulung wird durch Praktika in Arztpraxen ergänzt, damit du auch praktische Erfahrungen sammeln kannst.

Der Vorteil einer Umschulung zur/zum MFA ist, dass sie im Gegensatz zur 3-jährigen MFA Ausbildung nur 2 Jahre (Vollzeit) dauert. Auch eine Umschulung in Teilzeit ist möglich, verlängert sich dann aber auf ca. 2,5 Jahre. 

Der Nachteil ist: MFA-Umschüler/innen erhalten kein Ausbildungsgehalt. Manche Praxen zahlen aber eine kleine Vergütung während der Praxisphasen. Das Jobcenter übernimmt die Kosten für die Umschulung, wenn du die erforderlichen Voraussetzungen dafür erfüllst.

Die Umschulung zur/zum Medizinischen Fachangestellten wird von verschiedenen Bildungseinrichtungen und privaten Anbietern angeboten, die dich auch bei der Suche nach einem Praktikumsplatz unterstützen. Am besten googelst du einfach, wer in deiner Stadt eine Umschulung zur/zum MFA anbietet oder du kontaktierst das Jobcenter. Dort erfährst du auch unter welchen Umständen die Umschulung finanziert wird.

Umschulungsinhalte

Während der Umschulung lernst du alle Inhalte, die auch bei einer MFA-Ausbildung gelehrt werden. Die Umschulungsinhalte sollten immer der Ausbildungsordnung der zuständigen Ärztekammer deines Bundeslandes entsprechen, da du die Abschlussprüfung auch vor der Ärztekammer ablegen musst. 

Achte bei der Auswahl des Fortbildungsanbieters deshalb darauf, dass die wichtigsten Themenschwerpunkte in einer Arztpraxis bzw. die Lernfelder der MFA-Ausbildung abgedeckt sind. Das sind: 

  • Rechtliche Rahmenbedingungen in einer Arztpraxis, z.B. Arbeitsschutz
  • Datenschutz und ärztliche Schweigepflicht
  • Patientenkommunikation
  • Praxismanagement
  • Terminmanagement
  • Qualitätsmanagement
  • Grundlagen zur Abrechnung (EBM und GOÄ)
  • Individuelle Gesundheitsleistungen (Igel)
  • Medizinisches Fachwissen zu Anatomie, Physiologie, Krankheiten, Behandlungsassistenz, Erkennen von Notfällen sowie Erste Hilfe Maßnahmen
  • Betriebswirtschaftliches Wissen für die Arztpraxis
  • Standards des Hygienemanagements

Prüfung und Abschluss

Am Ende der Umschulung legst du eine offizielle Abschlussprüfung zum Erwerb der Berufsbezeichnung „Medizinische/r Fachangestellte/r“ ab, die durch die Ärztekammer anerkannt wird. Deshalb ist die Umschulung zur/zum MFA als gleichwertig zur 3-jährigen Berufsausbildung anzusehen. 

MFA mal anders-Tipp

Informiere dich bei der Agentur für Arbeit bzw. beim Jobcenter über Finanzierungsmöglichkeiten für die MFA-Umschulung, z.B. durch den Bildungsgutschein.

Bei erfolgreichem Abschluss kannst du auch eine Weiterbildungsprämie in Höhe von 2500€ erhalten.

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